HINTER DEN KULISSEN

Zuhause bei Äffle und Pferdle

s' Äffle (© LANG-FILM, Stuttgart)
s' Äffle (© LANG-FILM, Stuttgart)

Schwaben mit Leib und Seele: s‘ Äffle ond s‘ Pferdle. Seit mehr als 50 Jahren verkörpern die beiden Zeichentrickfiguren das Lebensgefühl im Ländle. Bekannt geworden sind sie durch kurze Spots während der Fernsehwerbung im Südwestrundfunk (SWR). Was viele nicht wissen: Äffle und Pferdle wohnen am Killesberg.

Sie haben es gemütlich: Das Haus an der Thomastraße umschließt ein großzügiger Garten. Eine Sitzbank lädt zum Verweilen ein. Im Haus haben es sich s‘ Äffle und s‘ Pferdle modern eingerichtet. Seit 1976 haben sie nun hier ihre WG. Am Killesberg sind sie quasi erwachsen geworden.

Geboren wurden sie jedoch in Leinfelden-Echterdingen. Dort haben 1959 der Filmproduzent Armin Lang und die Grafiker Werner Klein und Volker Lang s‘ Äffle und s‘ Pferdle erschaffen. Im Auftrag des damaligen Süddeutschen Rundfunks sollten sie eine Figur entwerfen, die im aufkommenden Werbefernsehen als Trenner zwischen den einzelnen Werbespots für Auflockerung sorgt. Die Erstausstrahlung war am 02.01.1960. Das Stuttgarter Wappentier stand Pate für s´Pferdle. Doch schnell wurde es dem Pferdle allein zu langweilig. So kam drei Jahre später s´Äffle auf die Welt.

Viel hat sich seit den 60er Jahren getan. S‘ Äffle und s‘ Pferdle haben Farbe bekommen, haben das Reden angefangen und sind vom Fernsehen ins Internet umgezogen. Im Jahr 2001 hatte sich der SWR entschlossen, keine neuen Einspieler mehr zeichnen zu lassen, da diese in der Produktion zu teuer waren und es bereits eine große Anzahl an Spots gab. Doch Armin Lang Junior und sein Schulfreund Heiko Volz wollten die beiden Trickfiguren nicht verloren geben. So entwirft das Team von LANG-FILM am Killesberg in Eigenregie weiterhin neue Geschichten von Äffle und Pferdle.

Zum Leben erweckt werden s‘ Äffle und s‘ Pferdle am Computer in einem abgedunkelten Raum mit vielen Bildschirmen. Nur noch ab und zu werden sie vorab auf Papier skizziert, erklärt Autor Heiko Volz. Man geht eben mit der Zeit. Bald wird es s‘ Äffle und s‘ Pferdle dann auch in 3D geben.

An den Spots von früher hängen vor allem die älteren Fans, meint Volz. Fans haben s‘ Äffle und s‘ Pferdle überhaupt sehr viele. Im sozialen Netzwerk Facebook sind es rund 80.000 – Tendenz steigend. Ihre Anhänger kommen nicht nur aus Baden-Württemberg, sondern beispielsweise auch aus Berlin, Hamburg oder der Schweiz. „Wahrscheinlich viele Exilschwaben“, mutmaßt Armin Lang jr.

Dass s‘ Äffle und s‘ Pferdle so erfolgreich sind, erklärt sich Heiko Volz damit, dass die beiden für Zusammenhalt und Regionalität stehen. S‘ Äffle und s‘ Pferdle sind Freunde und Urschwaben. Sie verkörpern die schwäbischen Ideale wie die Kehrwoche und die Sparsamkeit, und machen sich dabei selbst ein bisschen über alles lustig. Ein wichtiger Punkt ist auch der Dialekt. „Honoratiorenschwäbisch“ nennt Lang die Sprache von Äffle und Pferdle. Im Internet diskutieren die Fans teilweise sehr angeregt darüber, ob die Rechtschreibung und Grammatik des Schwäbischen, das s‘ Äffle und s‘ Pferdle sprechen, auch richtig sind. Armin Lang Senior, der den Figuren ursprünglich seine Stimme lieh, war selbst im Übrigen gar kein Schwabe, sondern Bayer.

Armin Lang jr. ist mit Äffle und Pferdle aufgewachsen. Für ihn sind sie so etwas wie Geschwister, sagt er. Er, Autor Heiko Volz, und Illustrator Roman Lang haben alle eine sehr enge Beziehung zu Äffle und Pferdle. Das zeigt sich auch, wenn die drei über „ihre“ Figuren diskutieren. „S‘ Pferdle ist der Klügere“, sagt da Armin Lang jr. „Ja, s‘ Pferdle ist allwissend, aber s‘ Äffle ist das Käpsele. Der ist einfach spritziger“, entgegnet Heiko Volz. Was Äffle und Pferdle am Killesberg wohl am besten gefällt? „Die Eisenbahn, mit der fährt s‘ Pferdle gern“, sagt Armin Lang jr. „Und s‘ Äffle klettert gern auf den Aussichtsturm“, meint Heiko Volz.

Dass s‘ Äffle und s‘ Pferdle nicht alt werden, zeigt sich an ihren regen Aktivitäten. Erst im Juli ist ein neues Buch erschienen. Tassen mit ihren Aufdruck sind besonders beliebt. Auch die Fußmatte „Hallole“ verkauft sich gut. Dass s‘ Äffle und s‘ Pferdle bald wieder ins Fernsehen kommen, das wünschen sich viele ihrer Anhänger, unter anderem auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann. An Einfällen mangelt es Autor Heiko Volz auf jeden Fall nicht. „Pro Tag habe ich im Durchschnitt immer eine Idee.“ Die Ideen kommen ihm auch mal frühmorgens auf dem Weg zum Bäcker. „Oft frage ich mich, was würden s‘ Äffle und s‘ Pferdle jetzt in dieser Situation sagen.“

Alle Illustrationen vom “Äffle und Pferdle” mit freundlicher Genehmigung von LANG-FILM, Stuttgart



KONTAKTDATEN

Mehr Informationen auf
www.aeffleundpferdle.de und
www.facebook.com/aeffleundpferdle

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