(Trends)

Städter werden zu Gärtnern

© Judith Zängle-Koch
© Judith Zängle-Koch

Lust auf Aussäen und Gärtnern, aber aufgrund der Citywohnung ist kein Platz da? Immer mehr Menschen ziehen in Städte und Ballungsräume. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass sie auf frisches, regionales Gemüse, bestenfalls aus der eigenen Erde, verzichten wollen. Gut, dass es mittlerweile ausreichend Alternativen gibt – Urban Gardening ist eben in aller Munde.
Für viele Stadtbewohner bleibt ein großer Wunsch unerfüllt: der Traum vom eigenen Garten. Entweder sind die Flächen am Boden weitgehend versiegelt oder die wenigen Immobilien mit nutzbaren Gärten aufgrund der hohen Grundstückspreise schlichtweg unbezahlbar. genügt ein einfacher Perspektivenwechsel, um riesige Flächenpotenziale für das private Gartenglück direkt vor der Haustür zu finden. So entdecken immer mehr Menschen in Ballungszentren ihren grünen Daumen – neudeutsch auch als Urban Gardening bezeichnet. Darunter ist neben dem Anlegen von Gemeinschaftsgärten auf Brachflächen auch der Gemüseanbau auf der Dachfläche zu verstehen. Gärten auf Dächern müssen sich im Bereich des Nutzungskomforts nicht vor ihren Pendants am Boden verstecken. Ganz im Gegenteil: Über den Dächern der Stadt entfaltet das private Grün mit Panoramablick ein ganz besonderes Flair für seine Bewohner. Große Metropolen wie etwa New York oder London haben es in den letzten Jahren vorgemacht. Auf vielen Hunderten von Quadratmetern werden dort Salat und Co. angebaut, teilweise sogar zu kommerziellen Zwecken.Egal, in welcher Dimension – für das Gelingen des Dachgarten-Projektes sind drei Dinge ausschlaggebend: eine gewerkeübergreifende Planung, die die Disziplinen „Architektur“ und „Gartengestaltung“ miteinander verbindet, der Einsatz hochwertiger, genau aufeinander abgestimmter Materialien sowie die fachgerechte Installation und kontinuierliche Pflege des Dachgartens. Besonders gut funktioniert das urbane Gärtnern in einer Mini-Garten-Box, einem praktischen Pflanzkasten mit Wasserreservoir. Weitere Variante: das sogenannte Square Foot Gardening, eine Methode, die in den 1970er Jahren der US-Amerikaner Mel Bartholomew erfand. Prinzip des „Gärtnerns im Quadrat“ ist ein quadratischer Kasten, der in gleich große Felder unterteilt ist. In jedem Feld wächst eine andere Gemüseart. Bei einer Gesamtkantenlänge von 1,20 Meter kommt man bequem von allen Seiten an die Pflanzen. Zusätzlicher Vorteil ist laut Folko Kullmann aus Stuttgart, Ingenieur der Gartenbauwissenschaften und Fachbuchautor: „Der Hobbygärtner kommt so nicht in Versuchung, zu viel auszusäen“. Als gleicher Gedanke, doch etwas größerer Wurf gilt das Mieten der eigenen Ackerparzelle. Anbieter wie „Ackerhelden“ oder „meine ernte“ bieten die Möglichkeit, sich seine Quadratmeter zu mieten, entsprechend zu säen beziehungsweise zu bepflanzen und dann natürlich auch zu ernten. Für absolute Fachlaien gibt es Hilfestellungen bis hin zum verwendbaren Saatgut. Auch rund um Stuttgart sind solche Flächen erhältlich. Als Alternative dazu gibt es natürlich noch die Möglichkeit, sich bei einem der vielen Kleingartenvereine zu bewerben oder auch einen Garten über die Kommune zu pachten und zu bewirtschaften.


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