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„Kochen macht gescheit und stark“

© KD Busch
© KD Busch

Wie sieht Kohlrabi aus? Wie schmecken Zucchini oder Aubergine? Und Spätzle kann man tatsächlich auch selbst machen? Im Slow Mobil Stuttgart können Kinder die Freude am Kochen und gemeinsamen Essen entdecken und dabei Wichtiges über frische Lebensmittel erfahren. Die kompakte, rollende Küche der Stuttgarter „Essperten“ ist seit 2015 erfolgreich an Kitas, Schulen und Freizeiteinrichtungen unterwegs.
Was ist das Slow Mobil?
Das Slow Mobil Stuttgart ist eine kompakte Küche in einem Fahrzeug, in dem Kinder gemeinsam kochen und essen. „Slow“ bedeutet „langsam“ und heißt, dass sich die Kinder im Slow Mobil Zeit nehmen, aus frischen Produkten selbst etwas zu kochen. Mobil ist die Küche, weil sie zu Schulen und Freizeiteinrichtungen überall in Stuttgart fährt.
Wer sitzt im Slow Mobil?
Das Projekt Slow Mobil Stuttgart hat zwei formale Trägerorganisationen, die als gleichwertige Partner miteinander kooperieren: den gemeinnützigen Verein Junior Slow Stuttgart e.V. und die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft. Die praktische pädagogische Leitung des Slow Mobil Stuttgart hat Projektleiterin Britta von Baer. Ein Team von pädagogisch geschulten Ehrenamtlichen unterstützt sie. Britta von Baer organisiert die Kochveranstaltungen, koordiniert das pädagogische Team – und kocht natürlich mit den Kindern.
Wie entstand die Idee zum Slow Mobil?
Das Slow Mobil Stuttgart ist ein Projekt, das der Idee der internationalen Bewegung Slow Food nahesteht. Slow Food setzt sich für gute, saubere Lebensmittel ein, die auch unter fairen Bedingungen erzeugt und gehandelt werden. Das Slow Mobil Stuttgart ist ein eigenständiges und unabhängiges Projekt.
Wo ist das Slow Mobil?
Das Slow Mobil Stuttgart besucht Kitas, Schulen und Freizeiteinrichtungen, Veranstaltungen wie Ferienprogramme in Kinder- und Jugendhäusern oder Waldheimen, Firmenevents, Bürgerfeste oder auch die Kinderspielstadt Stutengarten.
Wie funktioniert das Slow Mobil?
Die Kinder vereinbaren Regeln für die konzentrierte Zusammenarbeit in der kompakten Küche. Das Kochen in der Gruppe verlangt Disziplin, Geduld und Rücksicht, weckt Gemeinschaftssinn und macht Spaß. Im Slow Mobil Stuttgart kosten die Mädchen und Jungen zuerst frisches Obst, Gemüse und Kräuter. Sie vergleichen den Geschmack und entwickeln Ideen, was man daraus zubereiten könnte, welche Zutaten gut zusammenpassen und welche Gewürze damit harmonieren. „Dabei ist es immer wieder sehr schön zu beobachten, dass Kinder, die eher skeptisch zu uns kommen, dann doch den Mut haben und sich überwinden, Gemüse roh und gekocht zu probieren“, freut sich die Projektleiterin. „In den allermeisten Fällen finden wir eine Variante, die den Kindern doch schmeckt. Ganz klasse ist dann natürlich, wenn gerade die skeptischen Kinder zum Schluss dreimal Nachschlag haben möchten und es ihnen offensichtlich richtig gut schmeckt.“
Was kann man vom Slow Mobil lernen?
„Das Slow Mobil fügt Wissen und Schmecken für Kinder wieder zusammen“, bringt es Britta von Baer auf den Punkt. „Wer mehr weiß, der schmeckt auch mehr.“ Ergo: „Kochen macht gescheit und stark“. Wenn die Kinder einmal selbst Brot gebacken haben, werden sie in Zukunft Brot bewusster essen und schmecken. Verwertung statt Wegwerfen wird dadurch sicherlich auch höher bewertet.
Gibt es Kochklassiker im Slow Mobil?
„Rein konzeptionell ist die Richtung mit regionalen, saisonalen und möglichst unverarbeiteten Produkten ja schon recht genau vorgegeben. Dabei gibt es selbstverständlich auch Klassiker. Immer wieder kommt das Ofengemüse sehr gut bei den Kindern an, bei dem wir aus Kartoffeln ‚Pommes‘ schneiden. Dazu kommt noch Gemüse der Saison und alles wird im Ofen gebacken“, berichtet Britta von Baer. „Weitere Klassiker sind das Kartoffel-Gemüse-Curry, das immer wieder für Erstaunen bei den Kindern sorgt und sehr gern gegessen wird.“
Welchen Effekt hat die Begegnung mit dem Slow Mobil für die Kinder?
„Die meisten Kinder fragen direkt nach den Rezepten“, erzählt die Küchenchefin vom Slow Mobil. Und Eltern haben ihr auch schon erzählt, „dass sie zu Hause das bei uns gekochte Rezept gleich noch einmal gemeinsam zubereiten mussten und das Rezept ins Standardrepertoire der Familie aufgenommen wurde“. Guten Appetit!


Mehr Informationen unter

www.slowmobil-stuttgart.de

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