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Hundert plus zweihundert gleich 2018

© in.Stuttgart
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Ein Doppeljubiläum steht an: 200 Jahre Cannstatter Volksfest und das 100. Landwirtschaftliche Hauptfest machen aus dem Herbst eine heiße Festzeit. Gleichzeitig werden die beiden Jubiläen mit einem Historischen Volksfest auf dem Stuttgarter Schlossplatz gefeiert, bei dem es auch hoch hergehen wird.

Aus der Not eine Tugend gemacht: Mit ein Anlass zur Gründung der „Centralstelle des landwirtschaftlichen Vereins“ im Jahr 1817 durch den damals regierenden König Wilhelm I. und seine Frau Katharina war der Gedanke zur Reform der Landwirtschaft. Diese hatte nämlich in den Jahren zuvor auch in Württemberg durch den Ausbruch des Vulkans Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa gelitten. Dessen in die Atmosphäre geschleuderte Menge an Schutt und Asche führte zu Klimaveränderungen in weiten Teilen Europas. Das Monarchenpaar wollte durch Fortbildung der Bauern und Neuerungen in der Landwirtschaft den zuvor erlittenen Ernteausfällen begegnen. Somit waren das und die Idee Wilhelms, seinem Volk aus Dankbarkeit ein Fest zu stiften, die eigentliche Basis für das Cannstatter Volksfest.
Im darauffolgenden Jahr, am 28. September 1818, einen Tag nach des Königs 36. Geburtstag, war es dann soweit: Das Cannstatter Volksfest fand erstmals statt. Und seit damals ist der Cannstatter Wasen auch der Austragungsort für die große Festlichkeit.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – mit diesem urschwäbischen und bodenständigen Leitsatz lässt sich die Gründung des Volksfestes als Erntedankfest passend umschreiben. In der Gestalt des mittlerweile alle vier Jahre parallel zum eigentlichen Volksfest stattfindenden Landwirtschaftlichen Hauptfestes (LHW), der größten süddeutschen Fachausstellung für Landund Forstwirtschaft, lebt die ursprüngliche Idee Wilhelms I. weiter. Und beide, Volksfest sowie LHW, haben in ihren 100 beziehungsweise 200 Jahren etliches gesehen und überdauert: Hungersnöte, Hochwasserkatastrophen, Weltkriege, die Nationalsozialisten, magere Nachkriegsjahre, zwei Abstiege des VfB aus der Bundesliga sowie diverse Veränderungen bezüglich Inhalten und Dauer. Über die Jahrzehnt hat sich das Cannstatter Volksfest dabei stetig weiterentwickelt und es auf sympathische und einzigartige Weise geschafft, Tradition mit Moderne zu verbinden. Rund vier Millionen Besucher zählt das größte Fest Baden- Württembergs jedes Jahr. Bereits in den Anfangsjahren lag die Zahl der Festteilnehmer spürbar höher als die Anzahl der Einwohner Stuttgarts und Cannstatts zusammen.
Schon immer mit dabei ist sie mit ihren 26 Metern Höhe, dem fünf Meter hohen Sockel, ihrem Gewicht von rund drei Tonnen inklusive der zusätzlichen 600 Kilogramm der Schale, die am oberen Ende der Säule ragt: die Fruchtsäule, die zum festen Inventar des Volksfestes gehört. Sie ist seit 1818 mit dabei und hat sich als Wahrzeichen des Cannstatter Volksfestes etabliert. Ebenfalls mit dabei und insbesondere beim jüngeren Publikum sehr beliebt sind Trachten. Allerdings haben die vielfach in Discountern angebotenen Trachten zumeist wenig gemeinsam mit den historischen Vorläufern.
Was aber ist nun typisch schwäbisch an der Tracht? Da sei zum einen die Kniebundhose, die hier dreiviertellang getragen werde, während die bayerischen oberhalb des Knies aufhörten, wissen Experten. Zudem sei die Farbwahl von Bedeutung: Im Gegensatz zum bayerischen Braun hätten die württembergischen Bauern schwarze, die Weinbauern gelbe Hosen getragen. Typisch schwäbisch seien zudem die Reliefstickereien auf den Trägern.
Zur Traditionstracht gehörten außerdem der Lodenjanker mit zwei Knopfleisten und das weiße Trachtenhemd. Die historische Cannstatter Tracht der Damenwelt ist folgendermaßen verbürgt: Frauen mit weißer Schürze zeigten an, dass sie ledig sind, während verheiratete Frauen mit schwarzen Schürzen auf den Wasen gingen.
Eine Reminiszenz an frühere Jahre stellen die Gaukler, Quacksalber, Seiltänzer oder Drehorgelspieler, nostalgische Schießbuden, Schiffschaukeln, die Kraftmesser „Hau den Lukas“ oder ein Krämermarkt mit Lederwaren, Bürsten, Pinseln sowie ein Handwerkermarkt mit traditionellen Betrieben dar. Denn mitten im Herzen Stuttgarts feiert die Landeshauptstadt mit einem „Historischen Volksfest“ das einzigartige Doppeljubiläum 200 Jahre Cannstatter Volksfest und das 100. Landwirtschaftliche Hauptfest. Auf dem Schlossplatz wird deshalb vom 26. September bis 3. Oktober an die Gründung des größten Festes des Landes im Jahre 1818 durch den württembergischen König Wilhelm I. und seine Frau Katharina erinnert. Und weil im Herbst diese zwei Jubliäen gefeiert werden, haben sich die zwei Stuttgarter Brauereien Dinkelacker und Stuttgarter Hofbräu zusammengetan und brauen eigens für diesen Anlass gemeinsam ein spezielles Jubiläumsbier ein. Das Ergebnis soll eine naturtrübe Bierspezialität sein, die sich vom bisherigen Angebot beider Unternehmen deutlich unterscheidet und nur auf dem Historischen Volksfest zu genießen sein wird. Prost!



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