MTV GESCHICHTE

Macher, Motoren und Visionäre

© MTV Stuttgart
© MTV Stuttgart

Personen und Persönlichkeiten prägen einen Verein. Aus der Fülle der Macher, Motoren und Visionäre des Vereins wollen wir in diesem Beitrag einige herausgreifen und den Lesern und Leserinnen näherbringen. Die Auswahl ist selektiv und subjektiv. Dabei haben wir uns der Reihenfolge der alphabetischen Ordnung angenommen.

Robert Bosch

Es liegt schon nahe, dass der Unternehmer Robert Bosch auch zum MTV Stuttgart enge Bande hatte. Schließlich interessierte er sich schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts stark für Fragen der Körperertüchtigung, der Hygiene und der Heilkunde. „Als eifrig betriebene Leidenschaft“ habe ihn die Turnerei zeit seines Lebens begleitet, schrieb er deshalb auch in seinen Memoiren. Der sozial denkende Unternehmer Robert Bosch (1861–1942) war auch ein Anhänger lebensreformerischer Ideen und schätzte und unterstützte nicht zuletzt deshalb auch – in Erinnerung an sein eigenes Turnen – Turn- und Wandervereine.

Theodor Georgii

Theodor Georgii engagierte sich in der Burschenschaft und in der Turnvereinsbewegung der 1840er Jahre. 1844 wurde er Mitglied im MTV Stuttgart. Drei Monate später wurde ihm bereits die Ehrenmitgliedschaft angetragen. Georgii (geboren 1826) war zeit seines Lebens MTV-Mitglied und dazu in vielen Funktionen einer der wichtigsten Protagonisten der deutschen Turnbewegung. So wirkte er unter anderem bei der Gründung des Schwäbischen Turnerbundes (STB) an führender Stelle mit. Auf dem ersten deutschen Turn- und Jugendfest 1860 in Coburg wurde Georgii zum Vorsitzenden des Ausschusses der Turnvereine Deutschlands, 1868 der Deutschen Turnerschaft, gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1887 inne. Zudem wirkte er als Mitbegründer des 1. Deutschen Turnund Jugendfestes. Eine Art Öffentlichkeitsarbeit betrieb er daneben als Herausgeber des „Turnblatts für und aus Schwaben“. Er war also für den damals noch jungen MTV Stuttgart sicherlich das turnpolitisch betrachtet bedeutsamste Mitglied in der langen Vereinsgeschichte.

Max Haberer

Verbunden mit dem Namen Max Haberer (1891–1962) ist die Errichtung der ersten vereinseigenen Turnhalle im Kräherwald (Einweihung im Juni 1961). Zudem wirkte Haberer – der bereits als Zwölfjähriger in den MTV eintrat – nach dem Ersten Weltkrieg am sehr erfolgreichen Aufbau der Schwimmabteilung mit – kein Wunder, denn er kam eigentlich vom Schwimmsport. 1951 trat Max Haberer an die Spitze des Vereins und bildete zusammen mit dem Turner Bernhard Philippscheck in den 1950er Jahren ein effektives Duo in der Vereinsführung.

Manfred Ehringer

Manfred Ehringer übernahm 1993 die Präsidentschaft des MTV Stuttgart. Unter seiner fast 20-jährigen Ägide hatte sich der Verein bis zu seinem Rücktritt 2012 nicht nur zu einem der größten Sportvereine im Land Baden-Württemberg, sondern auch zum größten Anbieter für Sport, Fitness und Gesundheit in der Landeshauptstadt Stuttgart entwickelt. Zugleich galt es für ihn während der ersten Jahre seiner Präsidentschaft um Haushaltsdisziplin im Verein und – geschuldet der damaligen Hochzinsphase – die Aufbringung für bedeutende Mittel für den Schuldendienst. In den MTV Stuttgart brachte er schon damals als Präsident seine jahrelangen Erfahrungen in der Förderung behinderter Menschen ein. So erhielt das Konzept der Integration von Menschen mit Behinderungen im Jahr 2003 den Innovationspreis der Landesregierung. Im Sportkreis Stuttgart arbeitete Manfred Ehringer als stellvertretender Vorsitzender daran, die Sportvereine in die Ganztagesbetreuung an Stuttgarter Schulen einzubinden. Für seine vielfältigen Verdienste im Jugend- und Sportbereich sowie für sein Engagement für Behinderte erhielt Manfred Ehringer im Jahr 2009 das Bundesverdienstkreuz am Bande.


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